Reserve der Form
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KuratorInnen: Angelika Fitz, Klaus Stattmann
Ausstellungsarchitektur: Klaus Stattmann
Grafik: Andreas Pawlik für D+


Unterscheidungen schaffen Bedeutungen. Was aber passiert, wenn Unentscheidbarkeiten auftreten? Wenn Dinge nicht mehr das sind, was sie vorgeben zu sein? Wenn unserer Wahrnehmung zum ‚Stolpern' gebracht wird? Unterscheidungen zwischen wahr und falsch, zwischen Wahrnehmung und Illusion werden erst sichtbar, wenn Unsicherheiten und Konflikte auftreten. Die Ausstellung "Reserve der Form" versammelt über neunzig internationale Beispiele solcher ‚performativer Konflikte' aus Architektur, Kunst und Alltagskultur. Die assoziative Gruppierung der künstlerischen und architektonischen Arbeiten ermöglicht ein Sichtbarmachen von Zusammenhängen jenseits historischer, stilistischer oder medialer Kategorien. Ähnlichkeiten und differente Gleichzeitigkeiten treten zueinander in Beziehung. Zahlreiche kulturgeschichtliche Fundstücke kommentieren die ‚Familienähnlichkeiten' auf einer erweiterten Ebene.

Form ist hier weit mehr als das Formale. Form entsteht in der komplexen und oft widersprüchlichen Kombination von Konventionen und Erwartungshaltungen und bringt festgefahrene Anschauungen in Bewegung. Formale Reserven bewirken vielfältige Parallelaktionen in ästhetischen, sozialen und rechtlichen Zusammenhängen. Räume tauchen an Orten auf, wo sie weder baukulturell noch baurechtlich vorgesehen waren. Künstlerische Verfahrensweisen überschreiten die symbolische Ebene und zeitigen politische Effekte. Inmitten von ästhetischen Frontenbildungen, die sich in der Architektur mitunter funktional, technologisch oder ökonomisch legitimieren, auf der einen Seite und einer zum Logo erstarrten architektonischen und künstlerischen Form auf der anderen Seite, verstehen wir diese Ausstellung als Anstoß für eine erneute Politisierung von Form. "Reserve der Form" stellt die Frage nach einem erwartenswertem ‚Mehr', das ursprüngliche Erwartungen nicht aufhebt, sondern ergänzt und erweitert.



ArchitektInnen und KünstlerInnen

Beiträge, Projektdokumentationen und Materialien von:
Acconci Studio & Steven Holl, ARTEC, Ben van Berkel - UN Studio, Titus Bernhard, Urs Bette, Bulant & Wailzer, Coop Himmelb(l)au, Christo und Jeanne Claude, Hermann Czech, DeEgo, Delugan_Meissl, Günther Domenig, [dy'na:mo], fuchs-eckermann, Valie Export, Wolfgang Feyferlik, Formalhaut, Volker Giencke, Astrid Hager / Wolfram Mehlem / Vinzenz Naderer / Christian Reicher / Michael Weingärtner, Herzog & de Meuron, Reinhardt Honold, Mladen Jadric, Larry Kagan, Michael Kienzer, KZG, Heinz Landes, Ulrich Peter Leeb, Theo Ligthart, Shantanu Lodh, Franziska Maderthaner, Walter de Maria, Rahul Mehrotra, Herwig Müller & Peanutz Architekten, Norbert Müller, Najjar & Najjar, Hans Nevidal, Peter Noever, non:conform, Jean Nouvel, OMA, Walter Pamminger, Gustav Peichl, Walter Pichler, Margot Pilz, Manfred Wolff-Plottegg, Architecture Principe, PRINZGAU/podgorschek, Raum-Station 001, Wolfgang Reichmann, Werner Reiterer, maxR - max. rieder, Kristina Schinegger, SITE, Johannes Spalt, Klaus Stattmann, stiefel kramer, Stiletto Design Hospital, the next ENTERprise, transparadiso, Jochen Traar, Christoph Treberspurg / Reinfried Blaha / Martin Zangerl / Paul Regl, Wolfgang Tschapeller, UDK / Formade, Michael Wallraff, Vivienne Westwood, Franz West, Allan Wexler, Peter L. Wilson, WochenKlausur, Michael Wörgötter, Hans Peter Wörndl



Pressestimmen

31.12.2004 - DIE PRESSE - Spectrum / Architektur
2004: Was war, war was? Architekten ziehen Bilanz
Eine Umfrage von Wojciech Czaja

Hermann Czech: AUS DEM GEISTE DES TRASH
Jetzt haben wir sie endlich: die Qualität. Bilder schwirren umher, auf denen man alles sieht; nur nicht, was gemacht wird. Das Bild, nicht der Gedanke, trägt die mediale Vermittlung der Architektur. Österreich bei der Architektur-Biennale 2004: Eine Redaktionskonferenz von "News" hätte dieselbe Auswahl getroffen. Das Architekturzentrum Wien zeigte etwas von den Anfängen: The Austrian Phenomenon (Wien und Graz 1958-1973). Nicht das Buch - wie Victor Hugo voraussagte -, das Bild erschlug die Architektur. Aber wer eine Entwicklung aufhalten will, befindet sich immer auf der falschen Seite. Die Ausstellung "Reserve der Form" im Wiener Künstlerhaus zeigte alles, was link ist, und fand die Richtung. In den Ebenen der Wahrnehmung, im Wechsel der Bedeutungen bewegt sich der architektonische Gedanke. Der Ausblick? Was vor uns liegt: die Instandsetzung der Architektur aus dem Geiste des Trash.

http://angelikafitz.at,'Zur Ausstellung